Tagestipps im Radio

Tagestipps

Freitag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

False Memory Von Sandra Doedter Kann man Erinnerungen manipulieren? Linda Pfeifer: Maya Bothe Agnes Winkel: Bettina Engelhardt Jan Schrag: Moritz Führmann Bernd Berger: Daniel Werner Ohm: Axel Gottschick Micha(ela): Susanne Pätzold Kalle: Oliver Bedorf Robert Werner: Ludger Burmann PC-Ladenbesitzer: Jan Sabo Buchhändler: Ben Artmann Bedienung Kantine: Christina-Maria Greve Lydia Benecke: Lydia Benecke Axel Petermann: Axel Petermann Regie: Thomas Leutzbach Produktion: WDR 2019 Wiederholung: WDR 5 Sa 17.04 Uhr

Freitag 19:05 Uhr Ö1

matrix - computer neue medien

Bewertungsmanie im Netz Auf Facebook sind es die Likes, auf Instagram und Twitter die Herzerl, auf Amazon die Sternchen: die Währung für Zustimmung, Aufmerksamkeit und Gefallen, wenn wir Fotos, Links und unsere Meinung in Sozialen Netzwerken teilen. Nicht nur unsere Freunde erwarten sich Daumen hoch und somit eine positive Bewertung ihrer Postings; Bewertungsportale wie Tripadvisor oder Yelp verdienen regelrecht Geld mit unseren Sternchen zu Reise- und Erfahrungsberichten. Wir bewerten eigentlich ständig - und wenn nicht freiwillig, dann fragen uns Onlinedienste aktiv nach der Qualität des Restaurantbesuchs und ob man zufrieden mit dem Zustelldienst war. Wie hat Ihnen der Aufenthalt in unserem Hotel gefallen? Bewerten Sie Ihre Airbnb-Gastgeber! Matrix hat sich angesehen, wann und wen wir in unserem digitalen Alltag bewerten. Moderation: Wolfgang Rtischl Redaktion: Franz Zeller

Freitag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Freigeist und Menschenfreund Erinnerungen an Roger Willemsen Von Rosvita Krausz Regie: Claudia Kattanek Produktion: Deutschlandfunk 2017 Er begann als Nachtwächter, Reiseleiter und Museumswärter. Dem promovierten Germanisten, Philosophen und Kunsthistoriker Roger Willemsen (1955- 2016) hätte eine akademische Laufbahn offen gestanden, doch er suchte den Kontakt mit der Welt und den Menschen, die sinnliche Begegnung mit Kunst und Kultur. Bekannt wurde er in den 1990er-Jahren als Moderator von " Willemsens Woche" beim ZDF. Nach heftigen redaktionellen Querelen zog er sich aus dem Fernsehgeschäft zurück und hat seinen Abschied von Quote und Ruhm wie er selbst sagte, "keine Sekunde lang bereut". Später verlegte er sich aufs Schreiben. Das persönlichste seiner 36 Bücher heißt ,Der Knacks" und erzählt von den Brüchen, Erstickungsgefühlen und Niederlagen des Lebens. Sein verrücktestes Buch, ,Momentum", sammelt große und kleine Augenblicke des Daseins in über 300 Seiten unsortierter Tagebuchnotizen. Willemsen war ein politischer Mensch. Er reiste nach Afghanistan, interviewte ehemalige Häftlinge aus Guantánamo und beobachtete für sein letztes Buch, ,Das Hohe Haus", ein Jahr lang den Bundestag. Den Großteil seiner Honorare spendete er an Bedürftige. Das Feature versucht, diesem stets entflammten Vorzeigeintellektuellen, der gern kiffte und nie wirklich sesshaft wurde, auf die Spur zu kommen. Freigeist und Menschenfreund

Freitag 21:05 Uhr Bayern 2

Hörspiel

Brechtfestival 2021 Der Ozeanflug Ein Radiolehrstück für Knaben und Mädchen Von Bertolt Brecht Mit Ekkehard Schall und dem Sprecherkinder-Ensemble Berlin Komposition: Tilo Müller-Medek Regie: Kurt Veth Radio DDR 1969 Im Anschluss: Hörspiel des Jahres 2020 Preisverleihungspodcast Autor: Thomas Böhm Der Amerikaner Charles Lindbergh überquerte 1927 als erster Mensch den Atlantik in einem Flugzeug. Das Ereignis machte Brecht zwei Jahre später zur Grundlage seines Radiolehrstücks. Am Beginn einer "neuen Zeit", von der er sich nicht nur eine wissenschaftlich-technische Revolution erhoffte, sondern auch eine soziale, wollte er von der "Anstrengung zur Verbesserung des Planeten" erzählen. Im Anschluss: Hörspiel des Jahres 2020 Preisverleihungspodcast Autor Thomas Böhm Mit der Jury des gastgebenden BR 2020, Anna Steinbauer, Lisa Katharina Förster und Gerald Fiedler, mit den PreisträgerInnen Özlem Özgül Dündar, Claudia Johanna Leist und Gerrit Booms und mit kurzen Grußworten von Barbara Schäfer und Katarina Agathos.

Freitag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Musikfeuilleton

"Red and Hot" Der frühe Jazz in der Sowjetunion Von Marika Lapauri-Burk (Wdh. v. 03.04.2016) Der "weiße Oscar Peterson" oder der "weiße Louis Armstrong", so versuchte man in der frühen Sowjetunion die Namen der ersten Jazzmusiker zu umschreiben. Kurz nach der Ankunft des Jazz, Ende der 1920er-Jahre, wurden Musiker wie Valentin Parnach noch frenetisch gefeiert, und man machte aus ihren Swing-Bands staatliche Tanzkapellen. Aber recht schnell geriet der Jazz - und damit auch seine Protagonisten - unter den Bann der stalinistischen Ideologie. Aus Jazz wurde die abgemilderte "Estradenmusik", Saxofone wurden verboten, viele Musiker in Lagern interniert. Marika Lapauri-Burk hat Zeitzeugen getroffen und erinnert an die frühe Jazzgeschichte der Sowjetunion.

Freitag 22:05 Uhr SWR2

SWR2 Krimi

Über allem war Licht Nach dem gleichnamigen Roman von Magda Woitzuck Mit: Yohanna Schwertfeger, Sebastian Rudolph, Sigi Terpoorten, Fritz Fenne u. a. Hörspielbearbeitung und Regie: Alexander Schuhmacher (Produktion: SWR/SRF 2020) Es geht um Mord. "Milo hatte ihr gesagt, wie sie atmen sollte, durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus, einmal, zweimal, fünfmal, bis sie in der Lage gewesen war, ein paar Sätze zu flüstern. Einer davon hatte gelautet: `Er bringt mich um, Milo, diesmal bringt er mich um", ein anderer: `Ich habe etwas Schreckliches getan."" Magda Woitzuck, 1983 in Wien geboren, studierte Literaturwissenschaft und schreibt neben Romanen und Prosa vor allem fürs Radio und sehr erfolgreich für SWR2. Für ihr Hörspiel "Die Schuhe der Braut" (ORF 2017) erhielt sie 2018 den Deutschen Hörspielpreis der ARD.

Freitag 23:00 Uhr Cosmo

COSMO Live

Orchestre Les Mangelepa Janka Nabay & The Bubu Gang - In den vergangenen Jahren veranstaltete das KIT immer wieder einzigartige Konzertabende. So auch 2017: Das Orchestre Les Mangelepa bildete dort im Oktober den Zauber der afrikanischen Rumba ab. Janka Nabay & The Bubu Gang machten die Bubu Music aus Sierra Leone im Dezember dem Düsseldorfer Publikum zugänglich. Bei COSMO Konzerte könnt ihr nochmal in die beiden Shows reinhören! Das Orchestre Les Mangelepa ist eine der bekanntesten Originalbands der ostafrikanischen Rumba. Sie sind bereits seit über 40 Jahren im Geschäft. Damit blicken sie auf eine sehr reiche und langjährige Musiktradition zurück. Schon in den 60er Jahren formierten sich die künftigen Mitglieder in der Band von Baba Gaston, dem L"Orchester Baba Nationale. Weil sich zahlreiche Mitglieder allerdings von diesem schlecht behandelt fühlten, spalteten sie sich zu einer ganz neuen Combo ab, die seither unter dem Namen Orchestre Les Mangelepa agiert. Spektakuläre Bläsersektionen und poetische Texte ergeben mit den energetischen Shows ein Erlebnis für alle Sinne, davon konnte man sich live im Düsseldorfer KIT überzeugen. Mit Janka Nabay erlebte die Bubu Music aus Sierra Leone ihren zweiten Frühling und erstrahlte in der Blüte zeitgenössischer Popmusik. Für Janka Nabay bestand die Welt vollkommen aus Widersprüchen: Neben der Freude lebt die Gewalt, neben der Tradition lebt die Moderne. 2012 erschien Nabays Debütalbum. Von da an verbreitete er als Botschafter für die Bubu Music seiner afrikanischen Heimat und selbsternannter "Black Cowboy" globale Grooves und revolutionäre Visionen. Zusammen mit der imposanten Bubu Gang hat uns Janka Nabay 2017 im Düsseldorfer KIT nochmal am Zauber der Musik Sierra Leones teilhaben lassen. Leider starb er im Folgejahr unerwartet an einer unbekannten Baucherkrankung in seiner Heimat. Aufgenommen am 30.10.2017 & am 12.12.2017 im KIT Café Düsseldorf.

Freitag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 NOWJazz

Gewagt, gewonnen - Wie die Pianistin Jane Getz ihren Platz im Jazz behauptete Von Franziska Buhre Nach New York zog es die junge Pianistin Anfang der 1960er-Jahre. Dort trat sie u. a. mit Herbie Mann, Charles Mingus oder Charles Lloyd auf. Für ihr Leben als Musikerin nahm Getz große Entbehrungen in Kauf, als Frau in einer von Männern mit maßlosen Egos dominierten Welt erlebte sie auch sexualisierte Gewalt. Später schrieb sie Rockmusik und Country, spielte als Session-Musikerin mit The Bee Gees und nahm eigene Alben auf. Nach zwei Jahrzehnten ließ sie sich wieder auf Jazz ein. Die Sendung versammelt Musik aus den verschiedenen Phasen von Jane Getz" Laufbahn und Auszüge aus ihrer Autobiografie.

Samstag 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Lange Nacht

Ein scharfer Wind bläst durch die Lande Eine Lange Nacht über Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht Von Tobias Barth, Lorenz Hoffmann und Hartmut Schade Regie: Tobias Barth (Wdh. v. 12./13.01.2019) Im Januar 1919 verhört ein Freikorpsoffizier in Berlin zwei Gefangene, die von der Bürgerwehr Wilmersdorf eingeliefert wurden: Es sind die prominenten Führer des Spartakus-Aufstandes. Generalstabsoffizier Pabst weist seine Begleitoffiziere an, die beiden zu töten - dieser Doppelmord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht beendet die Revolte. Liebknechts entschlossenes "Nein!" zu den Kriegskrediten, sein Internationalismus und Antimilitarismus, den Luxemburg entschieden unterstützt, hatte die beiden Sozialdemokraten zu Verbündeten gemacht - gegen die große Mehrheit ihrer Partei. Aus dem Gefängnis heraus (Luxemburg) bzw. von der Front her (Liebknecht) gründeten sie 1916 die Spartakusgruppe. "Ein scharfer Wind bläst durch die Lande" ist im Spartacus Nummer 1 zu lesen, der von gezielten Verhaftungen und Einberufungen schreibt, immer träfe es die linke Opposition: "So verröchelt der famose ,Burgfrieden". Die Komödie ist ausgespielt, die Masken sind gefallen." Zwei opferreiche Kriegsjahre später hängen Plakate in Berlin mit den Konterfeis und dem Aufruf: "Schlagt Liebknecht und Luxemburg tot!" Der Befehlsgeber der Mörder, Waldemar Pabst, ist Strippenzieher der Faschisierung und macht Karriere im Dritten Reich, später als Waffenhändler in der Bundesrepublik. Leute wie er sind es, gegen die die 68er-Studenten auf die Straße gehen und wieder Plakate mit Luxemburgs Konterfei tragen. Rosa wird zur Ikone eines menschlichen Sozialismus gemacht, wird als poetische Briefeschreiberin, Feministin, Blumen- und Katzenfreundin entdeckt. Im Osten unseres Landes sind Karl und Rosa ein fest gefügtes Begriffspaar. Versehen mit dem Heiligenschein kommunistischer Märtyrer dienten sie der Selbstlegitimierung der SED. Bis 70 Jahre nach dem Mord Dissidenten in der DDR Luxemburg beim Wort nehmen und die Freiheit der Andersdenkenden einfordern. Bis heute gehen in den Köpfen der Linken die beiden Revolutionäre als Gespenster in einem Europa der sozialen Widersprüche um.

Donnerstag Samstag