Features

Mittwoch 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Nicht mit mir

Die Kunst der Verweigerung (3). Gestaltung: Johannes Gelich Der literarische Ahnherr aller Aussteiger und Verweigerer ist wohl der amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau. Er zog Mitte des 19. Jahrhunderts als junger Mann in eine Blockhütte, um dort einige Jahre alleine als Aussteiger zu leben. Mit seiner Schrift "Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat" gilt er aber auch als Apologet des zivilen Ungehorsams, wenn sich der Staat unethisch oder unmoralisch verhält. In Zeiten der Klimakrise gibt es aber auch und gerade heute viele Aussteiger und Aussteigerinnen in der Tradition Thoreaus. Sie leben alleine oder zu zweit in Wäldern oder in umgebauten Wohnwägen, um sich von den Zwängen der Konsumgesellschaft zu befreien und ein nachhaltiges Leben auszuprobieren. Die Verweigerung gegenüber einem eingespielten und belastenden Konformismus spielt jedoch auch beim Nein-Sagen und Loslassen in der Beziehungswelt eine große Rolle. Erfolgreiche Ratgeber wie "Nein - was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können". "Klingt logisch - mach ich aber nicht" oder "Die Kunst des darauf Scheißens" künden von einem zunehmenden Wunsch der Gesellschaft in der Kunst der Verweigerung unterrichtet zu werden. Gerade junge Menschen scheinen dabei durch die permanente digitale Präsenz ihrer Ex-Freunde oder Ex-Geliebten ein erhöhtes Bedürfnis nach Orientierung und Hilfestellung beim Nein-Sagen zu haben. Auch in der Arbeitswelt spielt das Thema der Verweigerung gegenüber unmoralisch oder unmenschlich empfundenen Arbeitsbedingungen oder illegalen Machenschaften des Arbeitgebers eine immer größere Rolle. Seien es Steuer-CDs, die von Bankbeamten angefertigt werden, um organisierte Steuerhinterziehung aufzudecken, seien es Hotlines für potentielle Whistle-Blower, die immer öfter von großen Konzernen und Firmen eingerichtet werden - der Wunsch, in einem als ungerecht empfundenen System nicht mehr mitzuspielen, scheint zu wachsen. Doch mit der Verweigerung und dem Nein-Sagen alleine ist es im Kampf um ein besseres Leben und Zusammenleben nicht getan - ein gewichtiges NEIN braucht auch immer ein großes, inneres JA in Form einer Utopie vom besseren Leben. Gerade innerhalb der jüngeren Generation der Schüler und Studenten scheint sich ein neuer Trend zur Re-Organisation des gesellschaftlichen Zusammenlebens abzuzeichnen. Initiativen wie die "tbase" in der Seestadt Aspern, wo junge Menschen Architekturformen mit alternativen, kostengünstigen Materialien ausprobieren, das Seedcamp in Niederösterreich oder die "Extinction rebellion", bei der sich junge Menschen gegen den Klimawandel und für eine ökologische Revolution einsetzen, künden von einem steigenden Bedürfnis nach Rebellion und Erneuerung. Von den zarten Ansätzen zum Nein-Sagen bis zu einem nachhaltigen Ja, das auch die Gesellschaft erfasst, ist es jedoch mitunter ein weiter Weg. Diese Sendung ist Teil der Ö1 Initiative "Reparatur der Zukunft".

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Die Kunst des Alleinseins Ganz bei sich sein Unsterblichkeit Ein in Erfüllung gehender (Alb-)Traum? Das Kalenderblatt 22.1.1986 Storsjön-Ungeheuer offiziell unter Artenschutz gestellt Von Prisca Straub Die Kunst des Alleinseins - Ganz bei sich sein Autorin: Claudia Heissenberg / Regie: Rainer Schaller Zur Ruhe kommen, abschalten, keine Menschen um sich haben, durchatmen - in Zeiten der Reizüberflutung eine verlockende Vorstellung. Wir leben im Online-Modus, werden unablässig mit neuen Informationen gefüttert, sind mit allem vernetzt und ständig erreichbar. Trotzdem macht vielen die Vorstellung Angst, ohne Begleitung auszugehen, egal ob ins Kino oder in ein Restaurant, denn es hat den Beigeschmack von Einsamkeit und Isolation. Doch einsam oder allein zu sein, sind zwei unterschiedliche Dinge. Das Eremitentum gehört zu den ältesten Formen des gottgeweihten Lebens. Ein Eremit lebt mehr oder weniger abgeschiedenen von anderen Menschen in selbstgewählter Einsamkeit. In der heutigen Leistungsgesellschaft, die ihr Heil in Gewinnmaximierung und Effizienz sucht und die den Wert eines Menschen an seiner Produktivität misst, scheint das Einsiedlertum nutzlos. Dabei ermöglicht erst die innere Einkehr - egal ob auf langen Spaziergängen in der Natur oder in eine Decke gekuschelt zuhause auf dem Sofa - dem Geist Vertiefung und Durchdringung. Wer wir sind und wie wir sein wollen - das finden wir am besten alleine heraus. Unsterblichkeit - ein in Erfüllung gehender (Alb-)Traum? Autor: Johannes Hofmann / Regie: Frank Halbach Hätte ein 1.000 Jahre alter Mensch Spaß an seinem Leben? So befremdlich und surreal sich die Frage anhören mag - der Traum vom ewigen Leben rückt näher. Die medizinische Forschung und die Anti-Aging-Industrie arbeiten inbrünstig daran, die "Krankheit" Altern zu besiegen und unser Leben beträchtlich zu verlängern. Philosophen fragen sich aber: Wollen wir das überhaupt? Denn wären wir dann eigentlich noch die gleichen Menschen, mit den gleichen Charakterzügen, Bindungen und Werten? Und selbst wenn, wäre ein todloses Leben nicht todlangweilig, weil uns die Wünsche ausgehen würden? Könnten wir nicht sogar die Orientierung verlieren? Oder aber wäre es in einem Leben sogar einfacher, ein gelungenes Leben zu führen? Antworten wollen Philosophen mit spannenden Gedanken-Experimenten finden, die die großen Fragen der Philosophie zum Vorschein bringen - und uns letztlich viel über den Wert unserer Sterblichkeit verraten. Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Reparatur der Zukunft

Das Casting neuer Ideen (3). Gestaltung: Irmgard Wutscher, Anna Masoner, Sarah Kriesche, Viktoria Waldegger Ö1 startet am 20. Jänner 2020 eine multimediale Ideensammlung. Eingeladen sind 20 Jährige, die in kurzen Videoclips vorstellen, was sie neu und anders machen. Im Fokus steht eine Generation, für die das Internet niemals neu war und die im Schatten der Erderwärmung erwachsen wurde. Präsentiert wird das Zukunftspotential Österreichs. Was ist gefragt? Innovative Ideen, die heute bestehende Technologien, Dienstleistungen sowie gesellschaftliche und politische Prozesse verändern oder ersetzen sollen und damit zur "Reparatur der Zukunft" beitragen. Ideen, die Probleme erkennen, und Lösungen anbieten: von Klimaschutz, Armutsbekämpfung, bis zu innovativen Businessideen, von privaten Gesprächsrunden, Podcasts, Umweltschutz, Sharing-Initiativen bis zu Forschungsprojekten, von digitalen Apps, Fashion, Lernhilfen, Events, Partys, sozialen Innovationen bis hin zu selbstproduzierten Dingen aller Art. Erlaubt ist alles, was selbstgemacht, selbstorganisiert und selbstgedacht wird. Im Radiokolleg werden beispielhaft Projekte präsentiert. Etwa Business Riot, ein Frauenkarriere-Netzwerk, das über Aufstiegschancen von Frauen berät. Denn die Zukunft wird nur dann besser, wenn Frauen gleichberechtigt am Arbeitsmarkt teilhaben. Und die Frauen vom Blog "Viva la Vulva" zeigen, wie wir vorurteilsfrei und entspannt über weibliche Sexualität sprechen können. Und weil wir wissen, dass Fleischkonsum die Klimaerwärmung fördert, warum also nicht auf Insekten umsteigen? Wie, das zeigt der Küchenchef von ZIRP Insects, der schmackhafte Burger aus Insektenprotein zubereitet. Und was erzählen Kühe, die auf das Smartphone eine Nachricht senden, wie es ihnen geht? Die steirischen Jung-Unternehmen mit dem Namen "Smaxtec" entwickelten einen Sensor, der im Kuhmagen relevante Daten erfasst und die Haltung der Tiere trackt. Dass man Kleidung einfach Ausborgen statt Kaufen und dann Wegschmeißen kann, führt "Endlos Fesch" vor Augen - die Wiener Fashion Library. Wohnen wird zur Armutsfalle für junge Menschen, gleichzeitig steigen die Preise weil Immobilien derzeit die einzig stabile Wertanlage sind. Wie kann man gegensteuern? Die Initiative habiTAT setzt auf gemeinschaftlichen Hausbesitz. Ob Schuhe für Blinde oder ein verpackungsfreies Geschäft, das Radiokolleg setzt Impulse, wie die Zukunft im Jetzt repariert werden kann.

Mittwoch 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Mein Herz macht Bumm

Eine Auseinandersetzung mit volkstümlicher Musik (3). Gestaltung: Hans Groiss Studierende Was haben Andreas Gabalier, Marianne und Michael und Hansi Hinterseer gemeinsam? Wochenlang Plätze in den Hitparaden ganz oben, abendfüllende TV-Shows und ausverkaufte Stadien? Seit Jahrzehnten erfreut sich die volkstümliche Musik wachsender Beliebtheit. Diese Art von Unterhaltung hat ihre Wurzeln in der heimischen Volksmusik und sie kombiniert munter Mainstream mit traditionellen Elementen. Andreas Gabalier ist Role-Model: "Er ist nicht nur Land, Tracht, Schmalz und Idylle. Das ist kein Entweder-oder, sondern vielmehr ein großes, paradoxes Und: Elvis und Lederhose, Volksmusik und Rock"n"Roll, Schlager und Country, Dialekt und Englisch. Dirndl meets Rock" - die Philosophin Isolde Charim nennt dieses Phänomen in ihrem Buch "Ich und die Anderen" eine feindliche Übernahme der Moderne durch die Tradition. Grund sei, dass die eigene und persönliche Identität nicht mehr selbstverständlich ist. Heimat suggeriert hingegen Sicherheit. Rekordumsätze und wachsende Absatzzahlen für Schlager mit Heimat-Touch sind das Resultat: Volkstümliche Musik ist eines der erfolgreichsten Musikgenres in Österreich. Zur musikalischen Untermalung werden neben traditionellen Instrumenten wie der steirischen Ziehharmonika zeitgemäße elektronische Klänge aus der gegenwärtigen Popmusik assimiliert. Hinter den Liedern steht meist ein ganzes Team von Songwriter/innen und Produzent/innen. Die Maschinerie läuft wie geschmiert - wir haben alle die Bilder im Kopf: Liebeslieder vor Bergkulisse. Ewig lächelnd. Trachtenträger/innen auf der Bühne des Stadions, im Partystadl oder auf der Wiesn - die nicht mehr nur in München schunkelt. Einfachste Harmonien und Liedstrukturen erleichtern das Mitsingen. Die Musik soll für alle verständlich sein, egal aus welcher Bildungsschicht das Publikum stammt. Trotz ihrer Popularität ist volkstümliche Musik polarisierend. Zwischen Begeisterung und Kopfschütteln ist sie Auslöser für Kritik. Gängige Vorwürfe lauten, die Musik transportiere Nationalismus, Sexismus und ein vereinfachtes Heile-Welt-Bild. Grund genug, volkstümliche Musik kulturwissenschaftlich endlich genauer unter die Lupe zu nehmen. Was bewegt die Menschen, die diese Musik machen, aufführen oder konsumieren? Was steht hinter der Kritik an Stereotypen und Rückwärtsgewandtheit - ist jede Kritik vielleicht auch verstecktes Fantum, Neid oder Verehrung? Und: Ist es möglich oder nötig eine musikalische Tradition ohne Einfluss von außen aufzubauen? Studierende des Instituts für Komposition, Elektroakustik, und TonmeisterInnen-Ausbildung der mdw - Univeristät für Musik und darstellende Kunst Wien - untersuchen diese Heimatklänge, sowie Hintergründe und Ausprägungen dieses Phänomens. Radioproduktionstechnisch werden sie vom Ö1 Redakteur Hans Groiss unterstützt.

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Der Marshall-Plan Hilfe zur Selbsthilfe Wenn ein Staat pleitegeht Von Schuldenerlässen und Neuanfängen Das Kalenderblatt 22.1.1986 Storsjön-Ungeheuer offiziell unter Artenschutz gestellt Von Prisca Straub Der Marshall-Plan - Hilfe zur Selbsthilfe Autor: Christian Schaaf / Regie: Eva Demmelhuber 1947: Nach dem Zweiten Weltkrieg liegt Deutschland und Europa in Trümmern. Die USA hat sich mit der anderen großen Besatzungsmacht, der Sowjetunion, überworfen. Aus der Furcht heraus, das am Boden liegende Deutschland und Europa könne sich dem Kommunismus zuwenden, beschließen die Amerikaner ein großzügiges Kreditprogramm: Den Marshall-Plan. Viele sahen in ihm den entscheidenden Motor für den rasanten Wiederaufstieg West-Deutschlands nach dem Krieg - das "Wirtschaftswunder". Doch viele Historiker bewerten das heute anders: Die Karriere West-Deutschlands hätte auch ohne Marshall-Plan stattgefunden. Wenn ein Staat pleitegeht - von Schuldenerlässen und Neuanfängen Autorin. Maike Brzoska / Regie: Sabine Kienhöfer Wenn einem Staat das Geld ausgeht, ist das brandgefährlich. Häufig kommt es zu Unruhen, etwa wenn Renten oder Gehälter für Staatsbedienstete nicht ausgezahlt werden. Oder wenn die Landeswährung nur noch so wenig wert ist, dass man kaum mehr Brot oder andere Dinge des täglichen Bedarfs kaufen kann. Historisch betrachtet sind Staatspleiten keine Seltenheit - fast jedes Land war schon einmal Bankrott. Umso mehr verwundert es, dass es kein geregeltes Verfahren dafür gibt. Eine geordnete Staatsinsolvenz könnte einem Land früher einen Neuanfang ermöglichen. Das Land wäre bald wieder ein Handelspartner auf Augenhöhe. So jedenfalls argumentieren die Befürworter einer geordneten Insolvenz. Andererseits müssen Staaten, die dem bankrotten Land Geld geliehen haben, dabei auf Geld verzichten. Und anders als bei Firmen- oder Verbraucherinsolvenzen geht es oft um riesige Summen. In der Vergangenheit hat bei drohenden Staatspleiten häufig der Pariser Club zwischen Gläubigern und Schuldnern vermittelt. Das ist ein internationales Gremium aus 19 Staaten, darunter auch Deutschland. Bislang sträuben sich die Länder allerdings, diese Praxis in internationales Recht zu gießen. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Nicole Ruchlak

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

"Ich hatte keine Privatsphäre" Rückblick auf ein Korrespondentenleben in der DDR Von Dieter Bub Ab 1977 war Dieter Bub Stern-Korrespondent in Ost-Berlin. Rund um die Uhr überwacht. 1981 wurde er ausgewiesen.

Mittwoch 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Feature

Der Wahrheit verpflichtet das ARD radiofeature Über den Machtverlust des Journalismus Von Tom Schimmeck (Produktion: SWR 2020) Viele Journalisten sind mit wachsenden Zweifeln und offenem Hass konfrontiert. Wie kam es dazu? Was haben etablierte Medien selbst zu diesem Vertrauensverlust beigetragen? Was ist wahr, was fake? Mit welchen Methoden werden Fakten überprüft? In vielen Ländern verliert das Publikum zunehmend sein Vertrauen in die klassischen Medien. Längst bieten neue Plattformen, "alternative Fakten", die perfekt auf eine Zielgruppe zugeschnitten sind. Das ARD radiofeature beleuchtet die Erosion medialer Wahrheit in Zeiten grassierender Empörung, viral verbreiteter Verschwörungstheorien und massenhafter Fälschung.

Mittwoch 22:04 Uhr rbb Kultur

FEATURE

Zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz Wir waren nicht Menschen A T ) Geschichten vom Überleben Von Marc O. Dreher Regie: ((( Produktion: rbb 2020 - Ursendung -

Mittwoch 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Nicht mit mir. Die Kunst der Verweigerung (3). Gestaltung: Johannes Gelich Reparatur der Zukunft. Das Casting neuer Ideen (3). Gestaltung: Irmgard Wutscher, Anna Masoner, Sarah Kriesche, Viktoria Waldegger Mein Herz macht Bumm. Eine Auseinandersetzung mit volkstümlicher Musik (3). Gestaltung: Hans Groiss Studierende

Mittwoch 22:30 Uhr HR2

Jazzfacts

What"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Neues aus der Klangwerkstatt vom hr-Jazzensemble Will nicht die Schwalbe machen, ...aber den Schwalbenflug - Neues aus der traditionsreichen Langzeit-Experimentierwerkstatt hr-Jazzensemble

Dienstag Donnerstag